Mittwoch, 24. September 2008

Deutschland vergibt neue UMTS-Lizenzen

Mobilfunkkonzerne bekommen 2009 mehr Konkurrenz

E-Plus: Konkurrenzdruck durch neue UMTS-Lizenzen noch nicht abzusehen
- Die deutsche Mobilfunklandschaft muss sich im kommenden Jahr auf
einen wachsenden Konkurrenzdruck einstellen. Plänen der
Bundesnetzagentur http://www.bundesnetzagentur.de zufolge sollen 2009
neue UMTS-Lizenzen vergeben werden. "Wir werden nächstes Jahr
Frequenzen im 1,8- und 2,6-Gigahertz-Bereich vergeben", wird Matthias
Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, von der Financial Times
Deutschland zitiert. Zudem werde die neuerliche Lizenzvergabe eine
größere Bandbreite umfassen als die erste Versteigerung im Jahr 2000,
als der deutsche Staat für sechs Lizenzen Einnahmen in Höhe von 50
Mrd. Euro verbuchen konnte. Neben den bisherigen Haltern T-Mobile,
Vodafone, E-Plus und Telefónica O2 würden bei der Neuvergabe weitere
Mitwerber in den Besitz von Lizenzen kommen und für verschärfte
Wettbewerbsbedingungen sorgen.

"Wie stark der Konkurrenzdruck durch die zusätzliche Vergabe von
Sendefrequenzen sein wird, ist derzeit noch nicht abzusehen", meint
Guido Heitmann, Sprecher bei E-Plus http://www.eplus-gruppe.de , im
Gespräch mit pressetext. Im Jahr 2000 hätten bereits zwei neue
Bewerber ohne eigenes Basisnetz UMTS-Frequenzen ersteigert, seien
jedoch im Markt gescheitert. Ob die E-Plus-Gruppe erneut um Frequenzen
mitbieten wird, um das Angebot zu erweitern und vermehrt schnellere
Datenzugänge anzubieten, sei noch nicht entschieden. "Die Art des
Vergabeverfahrens steht noch nicht fest. Wünschenswert wäre, vorab ein
Refarming durchzuführen, um bei den vier Lizenzinhabern eine
vergleichbare Anzahl an 1.800er- und 900er-Frequenzen und somit
Chancengleichheit bei den Ausgangsvoraussetzungen vorzufinden. Erst
danach kann festgestellt werden, ob und in welchem Umfang langfristig
Bedarf an neuen Frequenzen besteht und wie viel E-Plus bereit wäre,
dafür zu bezahlen", erklärt Heitmann gegenüber pressetext.

Während neuen Mobilfunk-Netzbetreibern im Vergleich zu den bereits
bestehenden geringe Marktchancen eingeräumt werden, könnten besonders
Internetfirmen und Anbieter von mobilem Breitbandinternet von der
Neuauflage der Lizenzvergabe profitieren. So wird etwa der
Suchmaschinenbetreiber Google als möglicher Bieter gehandelt. In den
USA hatte sich der Konzern für den Erwerb einer UMTS-Lizenz
interessiert, sich später jedoch zurückgezogen. Durch die Vergabe von
UMTS-Lizenzen und Investitionen in neue Breitbandinternet-Funknetze
strebt die Bundesnetzagentur eine höhere Verbreitung des mobilen
Internets besonders in ländlichen Regionen an. "Ich kann mir
vorstellen, die Vergaberegeln für diese Funkfrequenzen so zu drehen,
dass ein Bieter erst einmal auf dem Land seinen Dienst starten muss,
bevor er das auch in den Städten darf", so Kurth. Ziel sei eine
100-prozentige Flächendeckung mit schnellen Internetzugängen.

Abseits der neuen UMTS-Lizenzen geraten Mobilfunkkonzerne aufgrund
niedrigerer Roaminggebühren zunehmend unter Kostendruck. Sowohl die
Gebühren für eingehende Gespräche als auch für SMS im Ausland werden
nach EU-Plänen im kommenden Jahr drastisch gesenkt.