schwer krankmachen. Die gefährlichen Viren, die jedes Jahr in neuen
Kleidern auftreten, verbreiten sich rasend schnell von Mensch zu
Mensch durch so genannte Tröpfcheninfektion, auch über Gegenstände,
Spielzeug, Geld, Türgriffe oder ein höfliches Händeschütteln.
Je mehr Menschen sich alljährlich impfen lassen, desto weniger Chancen
hat die Virusgrippe, um sich zu greifen. Geimpfte schützen dabei nicht
nur sich selbst, sondern auch andere vor Ansteckung: Familie, Freunde,
Kollegen, Mitreisende in Bus und S-Bahn.
Insbesondere für chronisch Kranke bedeutet die Grippe ein oft sogar
lebensbedrohliches Risiko. Diabetiker, Herzpatienten und Personen mit
schweren Atemwegserkrankungen beispielsweise können durch die
Grippe-Schutzimpfung vor schweren Folgen und Komplikationen bewahrt
werden. Jedes Jahr - immer ab September stehen die neuen Impfstoffe
zur Verfügung - sollte schnellstmöglich ein Termin beim Hausarzt, am
besten für die ganze Familie, vereinbart werden.
Grippe - jede Impfung zählt!
Wie sinnvoll eine Grippeschutzimpfung sein kann, haben im vergangenen
Winter zwei prominente Deutsche erfahren müssen. Die
Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und von Niedersachsen, Kurt
Beck und Christian Wulff mussten sich im Februar dieses Jahres einer
Grippe geschlagen geben, und das noch dazu in einer jeweils heißen
Phase ihrer Amtszeit. Zwei Wochen fielen sie aus und mussten das Bett
hüten. So wie diesen beiden prominenten Grippeopfern geht es jedes
Jahr 10 bis 20 Prozent aller Deutschen.
Dabei ist es so einfach, der Grippe zu entgehen. Jedes Jahr im Herbst
stehen die neuen Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die wirksam vor den
jeweils aktuellen Influenza-Viren schützen. Selbst wer sich nicht
gleich ab September impfen lässt, kann dies auch noch in den
Folgemonaten nachholen, denn jede Impfung zählt. Es ist schließlich
nicht nur die Grippe, der man sich durch Impfung entziehen kann. Man
ist gleichzeitig auch vor möglichen Folgen und Komplikationen
geschützt. Bei Ministerpräsident Beck gesellte sich zur Grippe
zusätzlich eine eitrige Mandelentzündung hinzu, die sich
wahrscheinlich nur deshalb entwickeln konnte, weil sein Immunsystem
durch die Grippeviren so stark in Mitleidenschaft gezogen war.
Viele Grippekranke haben aber noch mit ganz anderen Folgen und
manchmal sogar lebensbedrohlichen Komplikation zu kämpfen. Experten
vermuten, dass Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders
gefährdet sind. Die Anzahl der Herzinfarkte beispielsweise nimmt
regelmäßig in den Wintermonaten zu. Bei der Hälfte der Betroffenen
sind entzündete Herzkranzgefäße die Ursache. Solche Entzündungen
können die Folge einer Influenza sein. Möglicherweise kann eine
Grippe-Impfung daher auch vor Herzinfarkt schützen. Nicht umsonst
empfiehlt die STIKO, die Ständige Impfkommission am
Robert-Koch-Institut, jedes Jahr, dass sich alle Menschen mit einer
chronischen Erkrankung wie Diabetes, Asthma, Niereninsuffizienz,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw. unbedingt impfen lassen sollen. Das
gleiche gilt für die Altersgruppe der ab 60-Jährigen. Sie alle haben
gemeinsam, dass ihr Immunsystem alters- oder krankheitsbedingt
geschwächt ist und durch eine Influenza und ihre Auswirkungen
möglicherweise sogar lebensbedrohlichen Schaden nehmen kann.
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